Montag, 8. September 2008
Mad Stop ODER Aussprüche, -rufe und -dünstungen
Die Fahrt

Potsdam 2

Abenteuer Schlafwagen. Wie lange ist es her, dass ich im Schlafwagen durch die Republik gegondelt bin? Über zehn Jahre, tippe ich; vielleicht auch knapp zwanzig Jahre. Nach Paris an meinem 18. Geburtstag, daran kann ich mich gut erinnern. Nun lege ich mein Ohr also wieder auf die Schiene (die Schiene meiner Geschichte), um weit nach Nordosten vorzudringen, denn die Kapitale und ein verrückter Halt locken.

Potsdam 1

Verändert zu haben scheint sich bei der Bahn nur wenig – außer dem Namen: Nachtzug heißt ja mittlerweile CityNightLine – und Raider heißt jetzt Twix, der Klassiker der nutzlosen Namensänderung. Schön, dass es ein kleines Waschbecken gibt und ich Gebieterin über das Holprige Vierbettenreich bin.

Potsdam 3

Das Liegewagenabteil versprüht den sehr eng begrenzten Charme der frühen Jahre. Mit zweifachem Freund (1. Lektüre und 2. was auf die Ohren: 1. Ein perfekter Freund von Martin Suter und 2. der Ich-Freund, Kumpel iPod) sowie zwei Bierchen lässt sich die Fahrt gut aushalten. Nichtsdestotrotz fühle ich mich am nächsten Morgen in jeder Hinsicht gerädert.


Die Ankunft

Some broken hearts never mend…, dudelt es aus den Lautsprecherboxen des Konferenzraumes im Hotel Seminaris in Potsdam. Dabei geht es gar nicht so sehr ums Reparieren, sondern eher um andere technische Höchstleistungen.

Freudig erregt: der Gastgeber. „Wir haben unsere Damenquote um 75 Prozent gesteigert.“ Wow! Schweben auf Wolken. Doch zugleich: Lachende Gesichter. „Der Frauenanteil beträgt absolut nur 3,5 Prozent. Zurück auf die Erde. Back to life, back to normality.

Die Highlights
Der Chef „lobt” seinen Professor (den Organisator der Konferenz) als „sehr zäh, manchmal penetrant”. Ein merkwürdiges, angefressenes oder von Zerfressenheit ausgezehrtes Lob vor knapp zweihundert Versammelten. Weitere verbale Merkwürdigkeiten umfassen die folgenden Aussprüche, -rufe und -dünstungen:

* „Wir sind ein Kommunikations- und Datenpool.“ (Anmerkung der Redaktion: Und ich bin ein Swimmingpool. Sind wir nicht alle ein bisschen verspoolt?)

* Brammen aus dem Ofen

* „vergleichsweise tiefe Temperaturen von 700, 750 Grad“

* Kaltrissgefahr

* „Hämmern mit der Ultraschall-Pistole“

* „eine akustische Kamera“

* Ösi-Slang: „Alle wissen, wovon ich sprich“

* Motto: „Gott gebe, dass es hebe!“

* „Traglastbarometer“ (Sächschisch für „-parameter“)

* den wettergegerbten schwedischen Dauerkaugummikauer neben mir

* schwäbische Gelassenheit: „Des isch ’ne Arbeit zwischen Veschper und Mittag!“ sowie

* (last but not geleast) 27 vollgekritzelte A5-Blätter nach rund 20 Programmpunkten in anderthalb Tagen

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Mittwoch, 3. September 2008
F, K, L
"Und das alles bei freier Kost und Logis!", schwärmt er.

Sie grinst und denkt sich: "Freier, Kost und Logis?"

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Montag, 1. September 2008
Accessoire des Monats
Eine tolle Tasche ist mir über den Weg gelaufen.

Doggy Bag

Diese Dame ist offensichtlich auf den Hund gekommen. Was soll das Ganze?, frug ich mich. Ein dezenter Hinweis für Fetischtum? Doggy Style? Oder einfach nur Doggy Bag? Oder hat da jemand seinen Hund erlegt und zur Erinnerung zur Hundtasche Handtasche umfunktioniert? Ach, nee...

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Mittwoch, 27. August 2008
Was ist deprimierend?
...wenn man Wo rockt's, die Veranstaltungstipps von fudder, nicht zu lesen braucht - weil man ohnehin beruflich unterwegs ist...

Mist, dass jetzt schon - ab dem Spätsommer - der Messeherbst losgeht. Drei der kommenden vier Wochen bzw. Wochenenden gehen dafür drauf. Massen von Messen... Im Oktober stehem dann noch weitere Dates an...

Und das bei diesem herrlichen spätsommerlichen Wetter...

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Dienstag, 26. August 2008
Back to work
Sommer08 1

Zurück aus dem Sommerurlaub. der diesmal ein Kurzurlaub war - mir aber zum Glück vorkam wie zwei, drei Wochen, so abgrundtief habe ich abgeschaltet.

Sommer08 3

Sommerliches Wetter mit frühherbstlichem Touch, ausgiebiges Im-Meer- und Im-Fluss-Baden und Auf-der-Wiese-Liegen. Zwischen Frisbee, Espresso, ein paar Zeilen Martin Suter und Apéro hin- und herpendelnd.

Sommer08 4

Randnotizen aus dem Hinterland:

- Ben Harper läuft im "Super U"
- Gespräche über 12-spurige Autobahnen und 170- bis 500-m²-Wohnungen im Nahen Osten
- das monotone, dumpfe "umm-tschikk, umm-tschikk, umm-tschikk..." beim Dorffest
- die ultracoole & superfitte Kidsbande mit den arsch hypercoolen Eltern
- eiskalte Flüsse (kalt?, naja, 18 Gräder zeigt das Thermometer) - Baden, Baden, Baden!
- Kanufahren
- ...und eine perfekt gegrillte Entenbrust

Sommer08 2

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Freitag, 15. August 2008
Snickers-Fans kriegen 'ne echte Packung ODER Packend, wie Snickers kräftig mogelt
Fairplay oder gar Fairpackung kann man es nicht gerade nennen, was der Riegelriese Mars mit seinem Erdnussschnittchen macht: Den Werbeslogan Mars macht mobil hat wahrscheinlich noch fast jeder im Ohr.

Nun macht Mars mobil – mit Mogelpackung. „NEU“, prangt jetzt auf der Packung, „6-PACK“. Statt 5 gibt es nun also 6 Snickers-Riegel! Wow, was für ein Gewinn, was für ein Geschenk!, wird dem arglosen Käufer hier suggeriert. Denn der Preis ist gleichgeblieben. Noch.

Und das Gesamtgewicht der Packung auch.

Unverändert sind 300 Gramm drin. Nur hat der Konzern die Riegel einfach kleiner gemacht. Statt 60 Gramm bringt ein Snickers nun nur noch 50 Gramm auf die Waage, also ein Sechstel weniger, knapp 17 Prozent. Eine schöne Schlagzeile kommt mir in den Sinn: Lebensmittelriese produziert Zwergriegel.

Wann kommt die Preiserhöhung für die nun kräftig vermehrten Snickers?

Zuletzt (und auch jetzt noch) sind offensichtlich noch die alten 5er-Packungen gesichtet worden - auch hier.

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Dienstag, 12. August 2008
Dokumente des Gr... äh Bauens
Umbau 1

B. erzielt nach kurzen knackigen Verhandlungen den Durchbruch. Angefangen hatte es mit einem klitzekleinen Loch, das mysterox mit Hammer & Meißel gebohrt hat.


Umbau 2

In jeder Hinsicht passender Soundtrack:



The Doors – Break On Through (To the Other Side)


Umbau 3

Momentan eher bad als Bad: abwarten, kommt noch…


Umbau 4

Unverzichtbare Utensilien

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Freitag, 8. August 2008
08.08.08, magisches Datum
Das Kind hat Geburtstag!

080808

Warum ist der 8.8.2008 ein besonderes Datum? Nun ja, die 8 ist die einzige Zahl, die sich sowohl horizontal als auch vertikal spiegeln lässt (außer der 0) - oder, etwas haarklein, die einzige positive ganze einstellige Zahl.

Ein einstelliger Geburtstag, ganz positiv, ist natürlich etwas Großartiges & Herausragendes in diesem noch zarten Alter, da man den Kinder(garten)schuhen entwächst und die Schule einen erwartet.

Weiter gem8 mit der 8: Und dreht man diese um 90 Grad, so erhält man das wunderschöne Unendlichkeitszeichen. Rundum harmonisch und knusprig kosmisch also.

0808 08

Millionen Chinesen jubeln heute, mit dicken olympischen Ringen unter den Augen.

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Dienstag, 5. August 2008
Tapetenwechsel
Von wegen Sommerloch - Zeit für einen Tapetenwechsel! Statt Urlaub haben Dauerlebenspartner/in D. und mysterox sich entschieden, die Bude auf Vordermann und -frau zu bringen.

Seit 2, 3 Wochen geht es rund in unseren "vier Wänden". Naja, so viel bleibt gar nicht davon übrig, wenn man von den vieren die drei abzieht, die wir eigenhändig, nur mit Muskelkraft, rausgeschlagen haben, und die eine, die wir so weit traktiert haben, bis sie den Platz für eine Tür freigibt. Wie singen die "Helden"? Ich nehm den Vorschlaghammer... - Unsere Baustellenhymne.

Abriss & Abbruch ist dermaßen einfach, dass selbst wir handwerklich Minderbegabte es irgendwie hinbekommen. Die erste kleine Wand war in zwei Stunden weg, die größte, etwa 5 Meter lange in drei.

Die Wände waren zwar weg, dafür hatten wir allerdings Berge voller Schutt in der Hütte. Endlose Fahrten zum "Recyclinghof" haben wir durch einen auf den Zentimeter präzise im Vorgarten positionierten 5,5-Tonnen-Container überflüssig gemacht. Diese Tausende von Kilo haben wir dank vieler zur Freiwilligkeit gezwungenen Helfer durchs Treppenhaus nach unten befördert. Gramm für Gramm.

Besch...eiden sieht es in puncto Tapeten aus. Wechselwille: ja. Nur hat sich beim Abziehen der Schichten aus verschiedenen Jahrzehnten gezeigt, dass der damals - 1958? - verwendete Kleister auch heute noch sensationell gut "hebt", wie der Süddeutsche sagt. Man sollte sich sofort um die Rechte kümmern und sich diesen Bombenkleber patentieren lassen.

Der eine Handwerker meinte, nachdem er stundenlang weitgehend erfolglos mit diversen Spachteln an der Wand rumgekratzt hatte, dass ihm eine dermaßen klettige Tapete in elf Jahren nicht untergekommen sei. Also muss ein Plan B her...

Im Wohnzimmer - jetzt nur noch Baustelle - ließen sich die damals als modisch empfundenen bedruckten Papierbögen gut abnehmen. Bis zwei Uhr, also bis vor wenigen Stunden, war ich beschäftigt...

Und das ging so: Gestern habe ich sie, die Tapeten, so richtig nass gemacht. Auf ein paar Qudratmeter habe ich großzügig zehn Liter Wasser verteilt. (Ich hatte schon Angst, dass die Nachbarn unter mir irgendwann gewässert werden...) Mit viiiel Geduld: sprühen, einwirken lassen, sprühen, einwirken lassen, sprühen, einwirken lassen; immer wieder von Neuem...

Ich wollte die Tapete an den Punkt kriegen, wo sie mir lauthals zuruft mmmysterox, kratz mich von der Wand! und darum winselt, sich selbst abrollen zu dürfen. Und fast genau da hatte ich sie, die Tapetenschichten. Zuvor hatte ich ihnen ein Wellness-Paket veersprochen. Erst richtete ich durch konsequentes Nichtlüften und die große Feuchte eine Sauna ein, dann gönnte ich ihnen etwas indische Entspannung: ein rollender Fakir glitt über die Wände - reines Ablenkungsmanöver ;-)

Die Dinger waren dermaßen punktiert (Fly like an Igel...), dass erst irre dicke Farbschichten mitsamt der obersten Tapete kleinbei gaben und daraufhin ein schicker floraler Wandbehang, schätzungsweise aus den 70er Jahren, zum Vorschein kam. Der wurde auf die selbe Art versorgt. Ha, dem habe ich's besorgt! Schaffensrausch!

Allerdings blieb hier noch die hornhautfarbene Unterseite haften. Nach dieser dritten Schicht (im doppelten Sinne - Tapeten- & Arbeits-) kannten die Tapete & die Freude kein Halten mehr.

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Freitag, 1. August 2008
Pünktlich zum Monatsersten...
...kommt nicht etwa das Gehalt und schon gar keine Gehaltserhöhung, sondern der nächste Dreh an der Preisschraube. (Hier geht es zum vorigen.)

Für läppische, labberige Laugenbrezeln muss man jetzt 60 Rappen becenten oder umgekehrt. Salatköpfe, gestern noch für 49 Cent zu haben, kosten nun 69 Cent, also nur ein klitzekleiner Aufschlag, fast wie beim Tennismatch, von 40,8 Prozent. Wie befürchtet und vorhergesagt, rast der Schokoladenpreis auf die Marke von einem Euro zu: Bei Edeka kostet die Tafel Milka nun 99 Cent.

Und Eis ist durch die Bank weg erneut teurer geworden. Hier pirscht sich der Literpreis an die 4-Euro-Barriere heran... Da kann man in der Sommerhitze kühl kalkulieren und gleich in dieser Eissaison schön aromatische Zusatzgewinne einfahren.

Bionade, heiß geliebt und kalt getrunken, muss man sich ja jetzt schon fast wieder abgewöhnen, denn die kostet schon seit 1. Juli 2008 60 Prozent mehr...

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