Dienstag, 9. Oktober 2012
Captain Planet: Pyro
Und noch ein Deutsch-Punkrock-Tipp: Captain Planet mit Pyro. Vom aktuellen Album, dem dritten der Band, Treibeis (VÖ 12.10.12). Und, siehe da, die haben wir letzten Donnerstag verpasst, als sie im Hasenbau zu Gast waren. Aber da konnte ich nicht raus, an dem Abend.

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Montag, 8. Oktober 2012
Get Well Soon im Jazzhaus
Klassisches Konzertdilemma: Gehen wir zu den Haldern-gerühmten Emanuel & The Fear oder zum dritten Mal zu Get Well Soon? Zumal beide Voracts interessant sind: Denis Jones bei den Kammerfolk-Rockern, David Lemaitre, früher ein Drittel von SchulzeMeierLehmann, bei den Mannheimer Kunst-Poppern. Die x-te SMS sorgt für die Entscheidung: wäre am start im jazzhaus. viertel vor vor ort?

Was machen Get Well Soon vor geschätzt 300 Zuschauern zur besten Sendezeit? „Schön, dass ihr für uns auf den Tatort verzeichtet. Aber wir ja auch für euch“, scherzt der sonst etwas bieder wirkende Konstantin Gropper, der Multiinstrumentalist aus Biberach, der mit seinen Eigenkompositionen, alles im Alleingang im heimischen Schlafzimmer eingespielt, vor vier Jahren die Indieszene im Sturm eroberte und dabei einen überragenden Auftritt auf dem ZMF 2008 hinlegte. Schwächer fanden wir dann den zweiten, wieder im Spiegelzelt, zwei Jahre darauf, Anno 2010.

Wieder zwei Jahre später ist die Combo mit ihrem dritten Album auf Tour. Und, um es vorwegzunehmen, ich fand es ähnlich wie 2010. Nur, dass diesmal gar kein Song ihres ersten und besten Albums mehr auf der Setlist war. Stimmt nicht ganz: Die zweite Zugabe, I Sold My Hands For Food So Please Feed Me, bildet die Ausnahme.

Zu Beginn ein klassischer Einheizer... Fehlanzeige: Gaaanz ruhig lassen es die Groppers vorne, Konstantin mit Schwester Verena zu seiner Linken, angehen und ihre vier Mitstreiter. Das erinnert ein bisschen ans ZDF-Programm vom Vorabend, eine Spur Wetten-Dass-Feeling: zur Primetime etwas behäbig, etwas erwartbar. Aber gut, das war nur der Opener, der Prologue, so der Titel.

Get Well Soon Setlist 2012

Der Sound ist gut, und zwischen den vielen elegischen, düsteren Passagen im fast stockdunklen Kellergewölbe scheinen immer wieder rockige Momente durch. Insgesamt lässt sich der Abend musikalisch im Art-Pop-Bereich verorten (nicht zu verwechseln mit Pop-Art!). Oder im post-barocken Eklektizismus.

Breitwandiger 80er Synth-Wave-Pop bratzt aus den Boxen, kurz schaut Dave Gahan vorbei, und überhaupt ist das Set sehr filmisch angelegt. Auch das ein oder andere Zitat (aus einem Film?) wabert durch den Raum. Die neue Platte The Scarlet Beast O'Seven Heads verschreibt sich ja der Kunst der Kinematographie. Daher vielleicht auch die ein oder andere - beim Schreiber so empfundene - Länge. Und das trotz der Fülle an guten Ideen und Instrumenten.

Fazit: Insgesamt bringen Get Well Soon ein Triple Ü, ein so genanntes ÜÜÜ: ein üppiges Überangebot für die Ü-30er.

Wenn man das Ganze mal literarisch aufzieht, stolpert man über das Günter-Grass-Phänomen und man stellt sich die Frage: Was tun, wenn dein erstes Werk in jungen Jahren das beste ist? (Und die Ansprüche, die Erwartungen entsprechend hoch...) Einfach ist das nicht.

Bester Spruch des Abends (neben dem Tatort-Spruch): „Beim ZMF stand über uns im Programm: Get Well Soon machen wertkonservative Musik. Das hat mich sehr - ein bisschen getroffen. Deswegen haben wir uns was von den Kids abgeschaut: Wir ham jetzt nen Plattenspieler auf der Bühne. “

Ach ja, David Lemaître und seine beiden Begleiter waren sehr gut. Kings Of Convenience in spannender. Mit sehr vielseitigem und perkussiven Drummer sowie Geige und Gitarre und ab & an Keyboard.

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Donnerstag, 4. Oktober 2012
Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen
Der gute alte Knarf Rellöm als Location Switcher: Zu Beginn des aktuellen Videos der famosen Kieler Truppe Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen mit ihrem Song Bau eine Kirche draus. Frisch erschienen ist ihr Debüt, 10 Songs, 41 Minuten. Ist was für Fans von den legendären Scherben (denen mit Ton, Steine), Blumfeld oder, ganz aktuell, 206.



Und der Bandname? Eine Wucht!

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Dienstag, 2. Oktober 2012
Messestopp, nachgetragen
Der Stopp auf der Messe, gut zwei Tage, ging geräuschlos über die Bühne: etwas weniger heftige Abendveranstaltungen als zuvor und alles bei bestem Wetter. Kein Schädel, nirgends.

Große Überraschung: MYSTEROX!!!, schallt es mir entgegen. JOKERMAN!!!, rufe ich lautstark zurück. Vor mir steht der Bruder meines besten Kumpels aus der 7./8. Klasse (und später). Aus dem damaligen Nachbarort. Ein Hammer. Tummelt der sich in derselben Branche! 20 Minuten Palaver, dann mussten wir beide wieder dringend ans Werk. Versteht sich. (Zwischendurch hatten wir nur über FB mal Kontakt. Und gesehen haben wir uns wahrscheinlich zehn Jahre nicht, rekonstruierten wir.)

Die Nächte waren und sind trotzdem unverändert bei 6 Stunden. Wie automatisch eingepegelt. Immerhin sind es sechs! Und auch die Geburtstagsnachfeier von Big L. gleich am Tag darauf war von perfektem Wetter gekrönt und eine lustige (wenn auch stressige) Gaudi mit all den Kids im Steinwasenpark. Premiere: diesmal Girls Only; hat sich so ergeben. So sweet sie alle sind und ohne defätistisch klingen zu wollen – irgendwie ist man froh, das überstanden zu haben ;-)

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Donnerstag, 27. September 2012
Liebe Konzertveranstalter,
warum müsst ihr im beschaulichen Freiburg gleich mehrere gute Konzerte an einem Abend in Konkurrenz treten lassen?



Warum müssen ausgerechnet heute zwei Indie-Highlights anstehen mit Tu Fawning aus Portland und der hiesigen Singer/Songwriter-Combo Die höchste Eisenbahn?



Und zu allem Überfluss steht noch ein interessantes Rock'n'Roll-Doppelpack an mit den Cellophane Suckers und Mudweiser, das man an einem normalen Donnerstagabend mit Kusshand genommen hätte und nun links liegen lassen muss...



Aargh!

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Dienstag, 25. September 2012
Neu bei Ravensburger: Schlag die Merkel
Gestern den ganzen Tag lang nur gezockt. Neues Game mit hohem Suchtpotenzial. Man hat den Eindruck: Es trifft die Richtige. Man trifft mitten ins Schwarze. Um genauer zu sein.

Was ich meine? Das neue All-Star-Game Schlag die Merkel. Unbestritten ist: Hau den Lukas war vorgestern, das ist Uraltkram von Anno Tobak. Und Schlag den Raab? Wird wegen raumgreifender Langeweile und stundenlangen Zeitfraßes eingestellt. Würdiger Nachfolger ist das Spiel mit Madame Merkel. Neben der Brett- und PC-Version folgt demnächst die TV-Ausgabe als großangelegte Show.

schlag die merkel

Läuft ab 2013 flächendeckend auf allen Kanälen. DSDS, Wetten dass... und die ganzen altbekannten Formate sollen dann eingestellt werden.

INFOS & WERTUNG
Spielspaß: saugut (*****)
Spieldauer: je nach Wahlausgang 1-5 Jahre (*****)
Suchtfaktor: enorm (****************************************
************************************************
******************************************)
Spieler: 1 - 60 Millionen, es gibt den Einzelgänger-Modus zum Alleine-Draufhauen sowie die Version zum Massenauflauf
Kosten: 20,13 Euro
Preis-Leistungs-Verhältnis: grandios (*****)

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Donnerstag, 20. September 2012
Perf*** in die Woche gestartet
Das ist ja mal ein perfider und perfekter Wochenplan:

Montag
Ausnahmsweise ankern die arrivierten Altherren im Atlantik. WARUM DAS DENN?, gellt nun ein jäher Aufschrei durch den gesamten Freundekreis. Nun ja, auch das jos darf mal geschlssoen haben. Umbau.

Und das Atlantik? Unverändert. Nur muss man aufpassen dort. Einen Typen, den ich zuvor schon im Visier hatte, muss man ganz besonders im Auge behalten. Typischer Thekenspecht: Klopft solange an die Bar, bis er nicht mehr kann. Und dann rastet er für einen Sekundenbruchteil aus. Bevor er sich wieder wie zum Schlaf an die Theke kuschelt und weitersäuft, als wäre nix gewesen.

Was passiert ist? Herr K. und ich haben getischkickert und wurden von einem jungen Pärle gefordert. Klar, dass es denen mit uns Luschis langweilig werden würde. Kaum lagen wir im zweiten Spiel wieder wie angekündigt schnell klar hinten, macht es KLIRR! und irgendetwas landet direkt am Tischkicker und irgendetwas spritzt über uns nieder.

Unfassbar, entfährt es dem jungen Kickprofi, als er sich wieder gesammelt hat, ich fasse es nicht, dass da eben ein Glas rübergeflogen kam. Man muss dazu sagen, dass es wirklich angeschossen kam wie ein Schrapnell. Zumal wir ja auf den Tisch gestarrt haben, ins Spiel vertieft. Der Typ an der Theke, vielleicht zehn Meter entfernt mit dem Rücken zu uns sitzend, hatte einfach mit einer Handbewegung und ohne zu gucken das Rotweinglas über seinen Kopf quer durch den Raum befördert. Mit einem Affenzahn.

Die Folge waren unzählige Rotweinflecken auf meinem T-Shirt und ein halbstündiger nächtlicher Wasch- und Fleckenbehandlungseinsatz.

Und das Atlantik? Der Barkeeper hat nur die groben Glasreste unterm Tischkicker eingesammelt und den Kopf geschüttelt. Entschuldigt hat sich niemand. Hilfe angeboten haben die auch nicht. Und dann hat der Typ hinter der Theke dem Typen an der Theke ein neues Rotweinglas hingestellt. *kopfschüttel*


Dienstag
Warsteiner Galerie mit Monsieur Icks. Motto: Ausgekuppelt in Kroatien. Schönes Palaver bei sensationell mächtigem Monsun. Urlaubsgeschichten. Nur die Bedienung war auch schon mal flotter.


Mittwoch
freun d. hat etwas zu berichten („Du hast aber zweimal falsch geraten. Die Neuigkeit is noch anders 8-)“, beschied er mir vorab, nachdem ich auf Fortpflanzung und Hauskauf getippt hatte) und wir treffen uns zum Schnitzel im Wal.

Gemütlich und geborgen war's, wie es im Innern des Wals eben bekanntermaßen nun mal ist. Lieblingswortspiel: (Geld wie) Heu und Lutz. Weiter ging es per Velo ins Brasil zum abschließenden Cocktail. Doch als ich noch ein vertrautes Gesicht erkannte, hängte ich nochmal ein Stündchen dran. Bis der Laden geschlossen wurde.

Donnerstag
Und heute morgen, die Damen waren schon früh gestartet und längst aus dem Haus, konnten mysterox und Lil' L. noch eine Stunde länger ratzen (bis kurz nach sieben) als sonst. Der Kleene war irre süß und es war einfach wahnsinnig schön, trotz kurzer Nachtruhe unzerknautscht mit dem Fluffi aufzustehen. Könnte ihn den ganzen Tag knutschen. Und sonst? Dauerlebenspartner/in D. geht auf die Piste. mysterox hat heute Ruhetag.

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Donnerstag, 13. September 2012
Kid Kopphausen: Hier bin ich
Seitdem mir mrsk. & mr. icks die scheibe vorab, vor erscheinen, virtuell geschenkt und dann überreicht haben, läuft vor allem der erste Track des neuen Duos Kid Kopphausen bei mir auf heavy rotation. Hier bin ich! Wer bin ich? Und die beiden Herren haben gerade ihre Tournee begonnen. Auf keinen Fall verpassen!



Auch das Cover-Artwork im Stile eines Italowestern ist klasse.

Kid Kopphausen Screenshot

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Mittwoch, 5. September 2012
Risotto im Biergarten
Warum Risotto? Mag sich der ein oder andere fragen, darunter auch ich. Nun, wenn so deutsche Kartoffeln, wie meine zugewanderten Multikulti-Freunde zu sagen pflegten, in so eine urdeutsche Institution wie den Biergarten pilgern, dann kann das für echte Italiener erstens genauso schön sein und zweitens wie der Vatikan, eine Papst-Audienz oder das geheiligte Essen an sich. Klingt sicherlich etwas verschwurbelt, aber auch das darf mal sein, wenn einem partout keine zündendere Formulierung einfallen will.

L. frisch in die neue Schule eingeschult, machten wir spontan einen Abstecher in den Ganter-Biergarten bei endlich mal wieder schönem Wetter mit halbwegs klarem Himmel und angenehmen Temperaturen.

Und siehe da: zwei Gehirne, ein Gedanke – auch unser Lieblingsitaliener von nebenan, der gestandene Grillmeister und Fußballexperte B.B., ward dort sowie sein guter (deutscher) Kumpel, ein spätberufener und frisch gebackener Doppelpapa mit seinen beiden sieben Wochen alten Jungs. Deren (italienische) Mama war währenddessen mit zwei weiteren Grazien aus dem Land, wo man sich so bedankt, im Kino, und bei uns an Bord war noch Giuli Casino. Das Damentrio komplettierte das spontane Line-Up für das deutsch-italienische Gipfeltreffen bei Pommes und Hefeweizen. Drum ‚Risotto‘. Einfach so. Sehr schön war's.

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Donnerstag, 30. August 2012
Der letzte Sommerabend?
Der letzte heiße Augusttag und zugleich letzte warme Augustabend bescherte mysterox einen doppelten See-Abstecher: Mittagspause im Flückiger See, plansch, plansch und Rascheln im Blätterwald der Tagespresse, und am Abend Schwimmen und Planschen mit den Kiddies im Opfinger See. Traum! Beide Seen waren so warm, wie ich sie dieses Jahr noch nicht erlebt habe, aber immer noch angenehm frisch. Schwammen auch nur ganz wenige Leute drin.

Danach ging es auf die Wiese der Griestalstrauße: Brägele mit Bibbiliskäs, rote Schorle und Rosé. Auf einmal entfachten heftige Böen ein Decken-Tohuwabohu, dem beinahe die Getränke zum Opfer gefallen wären. Man hockt dort ja auf dem Boden. Ein paar Nieseltropfen rieselten uns auf die Stirn.

Nur als wir auf dem Rückweg ein paar Gladiolen - take five - für D. schnitten, tropfte etwas Regen herunter. Dafür spannte sich minutenlang ein wunderschöner Regenbogen über den Abendhimmel am Maislybyrinth.

Und als Krönung gab es Larua mit Icks in der Warsteiner Galerie. Kroatisches Hitzeflirren, ekstatische Hochzeitsfeiern, programmatische musikalische Neuerscheinungen – nichts wurde ausgelassen. Herrlicher Herrenabend!

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