Dienstag, 22. Juni 2010
Ich liebe das Café Togo
Soll ich es gestehen? Ich liebe das Café Togo. Irgendwie ist es ja in aller Munde, aber ich finde es einfacht nicht... Überall stehen Schilder, manchmal fast als HIndernisse in den Weg gestellt, die mich anschreien: Coffee To Go! oder Kaffee To Go oder eben Coffee-Togo.

Am schönsten finde ich jedoch den frisch gezapften Kaffee. So wie bei Brause und Bier.

Jetzt frage ich mich nur, wie das hier an der Tanke gemeint ist. 1 € pro Liter? Pro Kanne? Pro Tasse? Oder gibt es neben dem to go auch das amerikanische Prinzip des free refill? Und wenn ja - nur für den Kaffe' oder auch für die Karre?

Kaffee Toto

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Montag, 21. Juni 2010
Endlich Sommer!
13:28 Uhr, die Sonne grüßt von ganz oben, der Sommer ist da. Fehlen nur noch die passenden Temperaturen.

Auf der ohnehin als Kälteloch verschrienen (richtig geschrie[b]en????) Ostalb stand am Samstagabend eine Zitterpartie an. Nein, kein WM-Spiel von Italien oder Frankreich, sondern ein "Faust", und zwar open air.

Den Atem der Schaupieler konnte man im Naturtheater häufig gut sehen. An einigen Stellen wirkte das - vor allem bei Mephisto - dramaturgisch teuflisch gut. Nur die Temperaturen im einstelligen Bereich waren für Mitte Juni die Hölle. Im März oder Oktober hätte es genau so laufen können. Aber im Juni?

Der Faust war tou la lan, äh so la la (und nicht tshaba la la). Laientheater. Dagegen waren das blamable 1:1 der Weltmeister gegen die Kiwis oder das französische Tollhaus das wirkungsvollere Theater.

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Freitag, 18. Juni 2010
Korsika zum Dritten
Einmal noch die Korsen, bevor wir den Serben gleich die WM verderben (hoffentlich).


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Korsika über alles - in Schwarz-Weiß...


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...oder Farbe


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Sant'Antonino

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Noodling: Gebogen sei deine Nudel, jaja...

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Lumio I: weltlich

Korsika20
Lumio II: kirchlich

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Ile Rousse

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Hummel, hummel...

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Dienstag, 15. Juni 2010
Sehre geachtet Herr und Frau,
Wir wünschen mitteilen Sie dass unsere Firma XYZ welche von 7. Juni 2010 bewegt. Unsere neue Adresse und Telefon. Zahl sind:

[Daten angegeben]

Ich verlange Sie angenehm dieses in Ihrem System, mich anpasse damit der Korrespondenz brunnen gut kommen.

Mit angenehmen grüssen,

[eine Niederländerin]

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Montag, 14. Juni 2010
Korsika, die zwote
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Autowracks mitten in in schönster Landschaft gehören in Korsika zum guten Ton.


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Stilecht die richtige Einstellung inhalieren - wenn auch mit wenig originellem Namen: korsische Kippen.

Einmal streng korsisch - Joghurt & Co.: Die Korsen sind waaahnsinnig stolz auf sich und ihr Eiland. Alles ist korsisch oder wird als solcherlei deklariert und etikettiert. fraises corses, produits corses, spécialités corses... - ja selbst korsische Bananen und korsischer Kaffee (in Korsika geröstet) warten auf den heimatverbundenen indigenen Konsumenten.

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Ein Beispiel für gelungene Produktkorsierung: Seit 1990 wird das Pietra gebraut, ein korsisches Bierchen mit Kastanienmehl und sechs Umdrehungen. Absolut empfehlenswert!

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Parolen und Kürzel markieren den korsischen Freiheitskampf allerorten.


Einmal Corte und zurück

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Montag, 7. Juni 2010
Korsika 2010
On the road again... - doch diesmal ganz privat, zum Zwecke der Erholung und der moralischen Erbauung. Mit der Fähre ab Nizza ging es diesmal nach Bastia und anschließend mit dem Ökpflitzer in den Nordwesten der Insel - zwischen Ile Rousse und Calvi. Fantastisch ist es, von Calvi abzulegen - absolut imposant, durch die enge Altstadt zu fahren und direkt am Meer, an den Felsen sich in die zur Schnecke mutierten Schlange wartender Pkws einzureihen.

Die Anreise
Um 4 Uhr morgens aus den Federn, und 20 Stunden später ist man schon da... Immerhin: an einem Tag! Bei einem Abstecher in eine Hafenkneipe gleich nach der Ankunft werden die Bayern von Milan erledigt, leider.

Danach, kaum 2 Kilometer sind auf korsischem Boden gefahren, steht das Halbdutzend Gendarmen am Straßenrand und scheint nur auf mysterox zu warten. Vorabinfo: Auf der Fähre gab es ein süffiges Pietra-Bier mit 6 Umdrehungen, einen Martini Bianco zum Apéro und in besagter Kaschemme, in der der gut 60-jährige Wirt sturztrunken durch die Gegend torkelte, ein halbes Glas Rotwein, das D. nicht so recht schmecken wollte (die andere Hälfte ging auf D.s Konto). Wie fahrtauglich bin ich?, schießt es mir durch den Kopf.

Doch keine Zeit für Überlegungen, Ausreden, Last-Minute-Atemtechnikübungen oder zum Einwerfen von Fisherman's Friends: Während die korsischen Karren kulant durchgewunken werden, winkt Monsieur Le Gendarme mysterox zielsicher zu sich. Jetzt einfach cool und freundlich bleiben. Nein, nicht aussteigen, bitte nur Fenster herunterkurbeln.

Schon ist der Alkomat am Start, meine Premiere im polizeilichen Pusten. Was wird dat Dingens anzeigen? Was, wenn ich nicht weiterfahren dürfte? Es war gegen 23 Uhr, das Kind war gerade eingeratzt. Was, wenn Dauerlebenspartner/in D. auch nicht weiterfahren dürfte? Schließlich lagen noch 75 Minuten Weg vor uns...

"C'est parfait. Merci, Monsieur!" Und flugs durften wir in der lauen Nachtluft verschwinden. Uffz! Den genauen Wert hätte ich gerne mal erfahren... Aber das Bierchen und der Martini lagen schon Stunden zurück, daher dürfte nicht viel bei rausgekommen sein.


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Unser Domizil, fast eine Residenz. Ach...

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Ile Rousse - Fassaden I

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Ile Rousse - Fassaden II

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Café des Platanes, Ile Rousse

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Frischfisch auf dem Markt

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Ile Rousse - zwischen Herumlungern und Herumloungen

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Ile Rousse - am Stadtstrand

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Freitag, 21. Mai 2010
Gisbert zu Knyphausen im Walzwerk, Basel
Mittwoch, 19. Mai 2010

Walzwerk Muenchenstein

Die Mai-Grütze plörrt ungeniert weiter. Grau, Grau, Grau. Monsieur X. und MrsK entern den kleinen Ökoflitzer, mysterox chauffiert eh statt sich wie sonst zu echauffieren. Glückselig stimmt uns drei (noch trocken) der Anblick des überwältigenden Walzwerk-Areals - ein Soziotop der Sonderklasse, geführt vom Kollektiv schoolyard.ch. (Dazu ein ander Mal mehr. Oder doch jetzt? Seid ihr auch so ungeduldig wie ich?)

Walzwerk Muenchenstein Fahrbar
A fine Frenzy.

In einer Tonne prasselt ein Feuerchen, eine flammend rote Skulptur ragt in den granitenen, scheinbar auf immer versiegelten Himmel, alte Schienenstränge durchziehen das Gelände. In einem alten Eisenbahnwaggon ist die Fahrbar untergebracht. Irgendwo zwischen Speisewagen-Nostalgie, fliegendem Klassenzimmer und Bar-Atmosphäre - Weltklasse. Wir schlürfen erstmal ein Vollmondbier bzw. ein Panaché.

Depot Walzwerk

Diesmal gastiert uns' Gisbert nicht im 1. Stock, diesem sympathsichen Schlauchgetüm von 4 Meter Breite und 80 Meter Länge, sondern im Depot, einer sympathischen, hohen Industriehalle.

Gisbert1

Was soll nur diese komische Dose auf dem Roland-Keyboard direkt über der Wurlitzer? Kraftfutter für den Notfall? Space Cookies gegen spontanen Leistungsabfall? Behälter für Tischabfall? Oder übergroßes Deo für die gesamte Band - falls man auf der Bühne mal ins Schwitzen kommen sollte? Oder tatsächlich Tierfutter - Chipsletten für Kaninchen - für den Fall, dass sich ein süßer Hase der Bühne nähert? - Von allem nicht. Weit gefehlt.

Gisbert2

Nachdem Moritz Krämer die schweizerisch-zurückhaltende kraut-durchsetzte Crowd angewärmt hatte, taperten Gisbert und seine Mitstreiter die Treppe herunter - denn backstage buchstabietr sich an diesem Abend above the stage.

Gisbert2

Ja, was soll ich sagen? Gisbert singt so herrzerreißend, herzerwärmend wie eh & je, wie man es gewohnt ist, wie man es an ihm liebt. "Hey, hey, alles ist okay..." Alles`Nein, gar nichts ist okay - in seinen großartigen Texten. Ein düster funkelnder Hort der Melancholie. Aber ohne Runterzieher-Automatik. Erdverbunden. Winzersohn.

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Wunderschöne zwei Stunden mit perfekter Band verfliegen im Nu. - Doch Basel ist kein gutes Pflaster für Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen: Wie beim letzten Mal ist der Meister erkältet.

Gisbert6

Am Ende schnappt sich Multiinstrumentalist Gunnar Ennen nicht die Tasten, nicht die Slide- oder E-Gitarre, sondern die ominöse Hasenbox: Es ist eine Rassel. Und ein extrem gelungener Abend! Dank Herrn Icks, Frau K. und der pink fliegenden Kuh (so der interne Arbeitsname) aus Basel.

Gisbert5

Als Zugabe gibt's noch Spieglein, Spieglein. Seufz. Und von unserer Baslerin ein dreifach BLA BLA BLA. Zum Anheften. Merci vielmals.

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I-D (2)
Wieder eine Idee fürs Vauban: Vollmondbier ins Vauban importieren. Das geht weg wie warme Ökosemmeln dort. Zumindest in Vollmondnächten.

Sonst muss man halt mit dem Gegenteil vorlieb nehmen: sprachlich präzise Leermond genannt. Drin ist bleifreies Bier.
Leermond

Tolles Flaschen-Feature: Auf dem Etikett sind sämtliche Vollmondnächte der nächsten Monate verzeichnet. Und wenn so ein Vollmond in der Flasche nicht mehr voll ist...? Genau. Dann ist er Leergut. (Voll besser.)

Vollmond

Und für alle Klugscheißer oder Dummbrunser:

"Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, ist Leermond, d.h. der Mond steht am Tageshimmel so nahe an der Sonne, dass wir nur seine Schattenseite zu Gesicht kriegen. Diese ist am Tage natürlich unsichtbar, weil sie vom Streulicht des blauen Himmels überstrahlt wird. Meist wird der Begriff "Neumond" hierfür verwendet, was aber nicht ganz korrekt ist. Diese Bezeichnung (neuer Mond) wurde für die schmale Sichel des zunehmenenden Mondes verwendet, wenn sie erstmals nach Leermond wieder nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont zu sehen ist."

Ach ja, das muss unbedingt ins vorübergehend leider viel zu trockene Bierblog rein!

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Dienstag, 18. Mai 2010
Wonnemonat?
War der Mai nicht mal ein so genannter Wonnemonat? Oder zumindest als solcher tituliert und besungen worden? Ja, war er das?

Warum eigentlich?

Diesen Monat sollte man umbenennen in...

...GRÜTZE!

Hier hängt pünktlich seit dem 1. Mai 2010 die Grütze am Himmel. Morgens ist es dunkelgrau, vormittags dann mittelgrau, gelegntlich mal hellgrau, bevor dann zum Nachmittag hin eine dicke Anthrazit-Schicht den Himmel überzieht. Man muss schon froh sein, wenn man auf dem Radel mal zwischen zwei Schauern nur leicht feucht zum Ziel kommt - statt pudelnass

Lassen wir Gisbert texten: Grau, Grau, Grau. Oh Mann.

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Freitag, 14. Mai 2010
Tonite-Tipp: Unbunny im Swamp
Jarid del Deo

Keine Hasen heute am Start, nein, im Swamp spielt heute Abend ein Nicht-Hase namens Unbunny. Glückselige Melancholie für einen grauen Freitag.

Leise Verzweiflung, in Musik gegossener Weltschmerz, Americana, Lo-Fi-Folk, viel Neil Young und ein wenig Elliot Smith: So ließe sich die Musik von Jarid del Deos musikalischem Alter Ego Unbunny umschreiben. Oder, wie ein Magazin schrieb: „Zu nasalem Twang feiert ein flüchtiges Kollektiv, das auf den schönen Namen Unbunny hört, jene melancholische Americana-Variante, die sich fast bruchlos in den stets grenzautistischen Kodex der Independent-Nerds übertragen lässt.“

Apropos Grenze: Dieser del Deo ist ein rastloser Sonderling, zur Zeit in Florida gelandet, der die Staaten durchpflügt und die Labels wechselt wie kein zweiter – und schon so gut wie alles erlebt zu haben scheint. Wie meint Jan Schewe vom Plattenlabel Affairs Of The Heart über seinen Schützling?

„Er hatte die Staaten durchkreuzt und durchquert, in den Wäldern von Neu England gelebt, den Bergen des pazifischen Nordwesten, draußen im Flachland der Lower Great Lakes. Er ging der Verantwortung aus dem Weg. Kam zu Geld, verlor es wieder. Verliebte sich und wurde verlassen, kam ins Gefängnis und wieder frei. Aber die Songs waren da.

Dann war er wieder zurück im Nordwesten. In Seattle, um genau zu sein. Er hatte sich vorgenommen, ein paar gute Vorsätze in die Tat umsetzen. Dort spürte ich ihn auf. Er arbeitete gerade als Reinigungskraft. Der Job tue ihm gut, sagte er. Er habe etwas Beruhigendes. Vermutlich sei es das Eindringen in das Allerheiligste eines wildfremden Lebens, das ihn irgendwie wieder klar sehen ließe, auf Kurs brächte.“

Sein erstes Album seit sechs Jahren ist vor zwei Wochen auf den Markt gekommen. Es trägt den schönen Namen Moon Food. Live wird del Deo von Musikern aus dem Rhein-Main-Gebiet begleitet – darunter der Labelchef höchstpersönlich an der E-Gitarre.

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Was: Unbunny
Wann: Freitag, 14. Mai 2010, 21 Uhr
Wo: Swamp

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Mittwoch, 12. Mai 2010
Der Außendienstler
11.08 Uhr: Nach 100 Minuten resümiert der sonst eher langweilig berichtende Außendienstler, der bei uns auf Stippvisite ist, überraschend treffend:

Elf Uhr acht - es ist vollbracht.

Mein Rechner zeigt 11.03 Uhr. Der würde mit mir sagen:

Elf Uhr drei - es ist vorbei.

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