Donnerstag, 15. November 2007
Werle & Stankowski im White Rabbit
Nach ihremn letzten Auftritt im "Kamikätzchen", wie Monsieur X. zu sagen pflegt, ist nun der Hase an der Reihe: Die Kölner Klangtüftler Werle & Stankowski machen Station im White Rabbit. Hier ein paar Bilders & Buchstäbchen.

Hat man schon mal je so agile Zehen gesehen? Johannes Stankowski, bei Werle & Stankowski zuständig für den Singer/Songwriter-Part mit Akustikgitarre, kommt barfuß auf die Bühne. Wie zuletzt im Kamikaze Klub.

WerleStankowski4

Doch auch das White Rabbit scheint ihnen zu liegen (zwar nicht zu Füßen – aber das kann ja noch werden): Alles `n bisschen Voodoo hier, es gefällt uns hier, meint Johannes gleich zu Beginn. Nach verhaltenem Beginn auf beiden Seiten – sowohl seitens der Band als auch vom Publikum – spielen die Soundtüftler ihre aktuelle Single Lady Grey. Das Lied zum Bier oder zum Tee, wie ihr wollt, meint Gitarrist und Sänger Johannes.

WerleStankowski1

Doch danach ist es erstmal vorbei mit melancholischen Songs. Wir werden jetzt was Härteres spielen. Es ist ein kryptischer Blick auf meine Heimatstadt Köln, also kein Liebeslied, aber irgendwie doch, be(un)ruhigt Johannes. Die Beats, die Simon Werle am Sequenzer und am Keyboard serviert, sorgen für lauschige Partystimmung. Dazu tanzt er groovig.

WerleStankowski5

Ihre Mischung aus Folk-inspiriertem, durch Johannes’ Stimme soulig angerautem Pop und Simons synthetischen Soundtüfteleien hat etwas Eigenes, Unnachahmliches, So-Nicht-Gehörtes.

Wie geht das zusammen – Beat & Ballade? Ganz wunderbar, man glaubt es kaum. Sie sind wahre Beat-Poets, Betonung auf dem Wort „Beat“, sie sind Elektro-Beat-Poets. Die basslastigen Rhythmen aus Simons elektronischer Wundertüte mildern das Singer/Songwriter-Pathos ab und bereichern es auf partytaugliche Art & Weise. Unsere Musik besteht ja zu 85 Prozent aus Bass, meint denn auch Simon. Doch kaum ist die Party in Gang gekommen, wollen sich die Jungs nach einer knappen Stunde schon wieder vom Freiburger Publikum verabschieden.

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Nach den fanüblichen Einlagen wie Klatschen & Rufen (sehr amüsant ein Kölner Fan: Ihr Schweine! Wir wollen euch nackt sehen!) ist es dann soweit: Wir spielen jetzt tatsächlich eine Zugabe, wie es auch abzusehen war, sagt Simon augenzwinkernd. Werle & Stankowski kennen das Spiel mit dem Publikum.

WerleStankowski

Ihre dritte Zugabe schließlich beschert uns den auf einen 30er-Jahre-Schlager zurückgehenden Song Wir saßen in Johnnys Spelunke, den einzigen Werle & Stankowski-Song in deutscher Sprache. Erfrischend und erstaunlich, wie sie dem 75 Jahre alten Liedgut neues Leben einhauchen – und durchaus tanzbar. Und der Kölner Fan ließ sich nach Konzert-Ende nicht beirren und wagte sich in den Backstage-Bereich, um sich seine Stars hautnah anzusehen. Wenn auch nicht nackt.

Johannes & Simon brauchten lange, bis sie nach ihrem Gig aus dem Backstage-Bereich auftauchten. Johannes war sympathisch im Gespräch, aber irritiert hat mich die Tatsache, dass er mir gleich ansah, dass ich nicht für den Konzertbesuch bezahlt habe: ??? (ratlos).

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Mittwoch, 14. November 2007
Flo - Kulturzeit-Interview
Endlich wieder frei!

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'Nen Stau
Beruflich unterwegs sein - grauenhaft, wenn es

a) ein nasskalter, dunkelgrauer Novembertag ist

b) einen die Reise über schwäbische Autobahnen führt

c) man sich verfährt, weil kein Navi an Bord ist und

d) beim Routenplaner-Ausdruck-Studieren geblitzt wird!

[e) siehe unten]

Egal, ob A6,A8 oder A81: Irgendwie sind die alle voll. Ich hatte den Eindruck, dass jedes noch so kleine Autochen insgeheim oder ganz offiziell als Zulieferer im Einsatz ist - für Porsche, Audi und Daimler.

Für die ersten sieben Kilometer Autobahn habe ich zu einer "ganz normalen" Nachmittagszeit (um 15.30 Uhr gestartet) eine Stunde gebraucht. Die LKWs haben sich kilometerlang auf der rechten Spur gestaut, und zwar so dicht, dicht-an-dicht, nicht mehr ganz dicht, dachte ich, dass kein Durchkommen war: Auffahren auf die Autobahn? Nö, da stehen ja die LKWs. Unverrückbar. Die linke und die mittlere Spur waren schön frei. Automodebil.

Nach ein paar Minuten tat sich eine kleine Lücke auf. Und dann war in Sekundenschnelle die ganze Autobahn dcht, dicht, dicht. e) Schön, wenn man mit einm Carsharing-Auto OHNE RADIO unterwegs ist. Kurz vor der Höchststrafe.

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Montag, 12. November 2007
The Bishops & Six Nation State im E-Werk
Dieses Mal gips Bilder satt, einen Text dazu kann man sich entweder denken schenken oder hierüber schwenken.


Six Nation State

Six Nation State 1
Neil, Gerry, John und Rich, verdeckt: Drummer Alexei (v.l.n.r.)


Six Nation State 2
Gerry an der Melodica


Six Nation State 3
An Rich baumeln und hängen überall Haarsträhnen, Bänder und Schläuche


Six Nation State 4
Der englisch-italienische Gerry und Gitarrero Rich lassen’s krachen



The Bishops

The Bishops 1
Das Rock’n’Roll-Trio aus London in klassischer Minimalbesetzung


The Bishops 4
Stilecht bis in die kleinste Faser – Schüttel den Pilzkopf, Baby!


The Bishops 2
Zwilling Nummer eins: Mike Bishop an der Gitarre


The Bishops 5
Zwilling Nummer zwei: Pete Bishop am Bass


The Bishops 3
Schwarz-weiße Streifenhörnchen in Aktion


The Bishops 7
Sei’s Drum ;-)

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Freitag, 9. November 2007
9. November
Liebe Amis,

(wird mysterox jetzt noch zum BILD-Provokateur Wagner??? zündelt er?)

ihr habt euren "nine-eleven", eure Chiffre "9/11", euer Trauma und habt daran zu knabbern. Dafür haben wir unseren 9.11., der hat aber wesentlich mehr drauf als nur ein einziges Mal in Erscheinung zu treten, wie bei euch.

Wir schaffen es, alle paar Jahre, spätestens Jahrzehnte mal so was richtig Zünftiges durchzuziehen am 9. November und stets Geschichtsträchtiges zu leisten. Wie - davon habt ihr noch nie gehört? Ach so, ja, stimmt ja, über Europa wird so gut wie gar nicht in den USA berichtet. Ich vergaß.

Dazu drei Anekdoten:

Aneck Anekdote Nr. 1
Ein Freund von mir, ein Belgier, nahm einmal einen Amerikaner an Bord seines kleines Flugzeugs und zeigte ihm Belgien aus der Luft. Der Mann aus den Staaten war sichtlich beeindruckt und sagte: "Belgium is a nice city!"

Aneck Anekdote Nr. 2
1987 war ich als junge Makrele zum ersten Mal in den USA. Small Talk hier und da, das klappt wunderbar. Woher ich denn käme? "I am from Germany", antworte ich. "Are you from East or from West Germany?", fragte mich der Kerl daraufhin. Hmmm, was soll man da sagen? Weiß-der-Kerl-denn-nicht-dass-die-Ostdeutschen-nicht-rauskönnen? Oder: Schön, dass er weiß, dass es zwei Deutschlands gibt?

Aneck Anekdote Nr. 3
Mitte der 90er Jahre: Ich fragte eine überdurchschnittlich (und gut aus)gebildete New Yorkerin, wie denn der deutsche Chancellor heißen würde. Zur Erinnerung: Der Dicke war ja immerhin seit 1982 am Ruder, insgesamt 16 Jahre lang. Keinen Blassen, meinte Adr sie.


Zurück nach Deutschland.

Auf den 9. November fallen in den Jahren 1848, 1918, 1923, 1938 und 1989 eine Reihe von Ereignissen, die insbesondere für Deutschland als politische Wendepunkte gelten. Darum gilt dieser Tag als ein besonders „schicksalsträchtiges“ Datum der neueren Geschichte in Deutschland und wird daher auch als „Schicksalstag der Deutschen“ bezeichnet, sagt Wiki.

Und mein Freund TM, genannt das Warenzeichen, feiert heute Geburtstag! Happy Birthday nach USA!

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„Free Rainer“, Vorpremiere
Ja, nachdem Free Willy damals so toll war, habe ich mir nun die Fortsetzung angesehen: Free Rainer. Kaum fing der Film an, musste ich feststellen, dass es NICHT um Delfine (Delphinidae) ging, liebe Barbarane, sondern um die üblichen Säugetiere, die man auf Zelluloid wirken sieht, nämlich unsereiner.

free rainer1

Der Film startet furios. Total zugekoskt, mit einer Pulle Alkohol in der Hand, rammt Rainer (Moritz Bleibtreu) beim Ausparken einen Polizeiwagen und gibt Vollgas bei seiner Fahrt durch die Stadt. Zu Hardcore-Mucke missachtet er, der erfolgreiche Fernsehproduzent, jede Verkehrsregel – Leben auf der Überholspur.

Er ist Formatentwickler für Shows der übelsten Sorte: Deutschland sucht das Superbaby – wessen Sperma am schnellsten sein Ziel erreicht hat, darf die Kandidatin schwängern. „Unterschichten-TV“, das – auf der Jagd nach Quote – die Leute nur weiter verdummt und sogar über Leichen geht.

Bis Rainer von einer jungen Frau mit voller Absicht angefahren wird. Im Delirium sieht er sich, schwer verletzt und blutüberströmt, im Fernsehstudio liegen, alptraumhaft flackernde Bilder, und ein total debiles Publikum soll darüber abstimmen, ob er die lebensrettende OP erhält oder nicht...

Und wie das in modernen Märchen so ist, denkt Rainer um – und setzt nun alles daran, die Quote zu sabotieren, um Qualität zum Siegeszug zu verhelfen. Er lässt alles hinter sich...

free rainer2
…auch seinen Fernseher…

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...und stellt eine Art Guerillatruppe zusammen.

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Klasse: Milan Peschel als Sozialphobiker Philipp.

Ihr Plan geht auf: Auf einmal sacken die Quoten fürs Titten- und Dumpf-TV weg, arte und andere Hochkulturkanäle erleben einen kometenhaften Aufstieg, Dokus und Anspruchsvolles sind auf einmal die heißeste TV-Ware. Man spricht vom „Ende des TV-Terrors“ und von einem neuen „geistigen Frühling“...

Mehr verrate ich nicht.

Regisseur Hans Weingartner (Die fetten Jahre sind vorbei) war sehr sympathisch und auskunftsfreudig. Ihm geht diese Sch...quote mächtig auf den Senkel, das spürte man. Zugleich ist er indirekt auch davon abhängig. Gehen kaum Zuschauer in seinen Film, dürfte er es schwer haben, ein neues Filmprojekt in Angriff zu nehmen...

free rainer5

Besonders haarsträubend findet er, dass auch die Öffentlich-Rechtlichen sich dem Flachniveau der Privaten angeglichen haben. So gibt es seit 2001 in der ARD, so Weingartner, eine interne Richtlinie, nichts Sozialkritisches nach 20 Uhr zu senden – „die Leute wollen ja abspannen“. Schnitt.

Einen Abspann nach dem langen Dialog mit dem Regisseur gab es nicht. Zumal der arme Kerl noch nach Mitternacht Interviews über sich ergehen lassen musste. Wohlwollende Zuschauerkommentare schienen ihn aber zum glücklichsten Menschen auf Erden zu machen: „Ich sag’s halt immer: Ich liebe Freiburg“, strahlte er.

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Donnerstag, 8. November 2007
Aufatmen für DocO. ODER Nie wieder Nigeria
Gefunden in den Ruhr Nachrichten:

Spionagevorwürfe gegen deutsche Journalisten in Nigeria aufgehoben
vom 7. November 2007 16:20

Darin heißt es: "Nigeria hat die Spionagevorwürfe gegen zwei deutsche Journalisten aufgehoben. Das Verfahren gegen die beiden Deutschen werde nicht fortgesetzt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit."

Uffz....!

Zur Vorgeschichte geht's hier.

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Es gibt sie noch, die guten Dinge(r)
Rollator

Aber nicht mehr lange - die letzten Exemplare warten noch auf Abnehmer...

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Mittwoch, 7. November 2007
Preisschock im Supermarkt - Neues von der Pasta- & Schokofront
Welcher Supermarkt ist billiger? Edeka oder Plus? Die meisten würden wahrscheinlich ohne mit der Wimper zu klimpern E_D_E_K_A! skandieren. Ich auch. Zumindest meistens. Doch bei so manchem Produkt muss man ganz schön aufpassen.

Schnäpplejäger on the road beobachtete den ganzen Sommer über (und bislang immer noch) Cocktailtomaten, 250(?) Gramm (jedenfalls dieselbe Menge): bei Plus: 1,99 EUR, beim "Ede" 1,49 EUR.

Nehmen wir uns zwei Grunzdnahrungsmittel der modernen Frau vor: Pasta & Schokolade! Da schlackern einem die Ohren:

Milka Luflée, 100 Gramm, verschiedene Sorten

--> bei Plus: 0,99 EUR
--> bei Edeka: 0,55 EUR

!!!

Und obendrein gips bei Ede K. die neue wiederverschließbare Schokoladentafelverpackung - so ne Art selbstklebendes Reißverschlussprinzip. Keine Krümeldesaster mehr in Rucksack und Küchenschrank...?!


Spaghetti, 500 Gramm:

Im Plus biss-lang bislang 0,29 EUR, jetzt stolze 0,69 EUR! Also mehr als doppelt so teuer wie bisher. Da hab ich gleich die dreimal so teuren Bio-Spaghetti für 0,89 EUR genommen. Und was macht der Ede? Hat zumindest Buitoni-Spaghetti für 0,99 EUR im Angebot - das Kilo wohlgemerkt.

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Dienstag, 6. November 2007
Zündeln wie die "BILD-Zeitung"
Zünder, die junge Tochter aus dem Hause ZEIT, goes wild, goes Bild diese Woche. Zündeln à la Bild steht auf dem Programm.

Nicht lange fackeln - schaut selbst, ob der Funke überspringt und ihr Feuer & Flamme seid...

Seh schön finde ich den in Bild-Machart schwarz-rot-gold eingefärbten Teaser nebst Artikel zum Thema Diätenerhöhung, welches dafür sorgte, dass das Ärgerzentrum meines Hirns gestern abend vorübergehend - während der Hauptnachrichten - exterritorial war; außer mir - vor ???

Freude?

Laut Zünder schon - da heißt es:

"DIÄTEN-JUBEL!!!

ENDLICH MEHR GELD FÜR ABGEORDNETE

DEMOKRATIE BALD BESSER?

Bezüge um 9 Prozent rauf! — Deutsche freuen sich"


Sehr schön.

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Quadratmetermensch
Rockin' sagt:

"Ich mach die Quadratmeter. Ich bin n Quadratmetermensch. Mit allen Vor- und Nachteilen."

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Montag, 5. November 2007
Sägen & Sagen ODER Sagen von Sägen
„So viel Ungesägtes ist zwischen uns.“

Kanadischer Holzfäller zu seinem Kollegen, in den er schwer verliebt ist.

Unsäglich..., sag ich...

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Sonntag, 4. November 2007
Beim Dichter und der Dichterin
Der fürstliche Dichter, der den Dichterfürst, also weiland Goethen, gerade für den Schwarzwald, ja Freiburg gar, vereinnahmt hat, J. Lo also gab folgendes Bonmot von sich:

Das Himmelreich wird von Behinderten betrieben.

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Samstag, 3. November 2007
Grand Island im Swamp
Da setzt man sich nachts noch hin und schafft und schnitzt...
...und dann bringen es die fudder-Leute nicht auf die Reihe, das Ganze ins Netz zu stellen ;-( Und das ausgerechnet dann, wenn man zwei Tage offline ist. (Update: mittlerweile doch).

Naja, drum gips hier 'ne Zusammenfassung des seligen Inseldaseins.

--

Grand Island, die „Soul’n’Punk Explosion“ aus Norwegen, machte Halt im Swamp. Eine Insel im Sumpf des Mainstream? Von seinem Insel-Trip, einem feinen Höllenritt, berichtet mysterox.

Grand Island im Swamp – was sich so naturverliebt anhört, ist tatsächlich der perfekte Soundtrack für eine rasante Verfolgungsjagd, zu Fuß oder im Auto.

Kickdown: Ansatzlos, ohne öffentliches Instrumentenstimmen, ohne Ansage oder anderweitiges Vorgeplänkel, geben die fünf Norweger Vollgas – von der einen auf die andere Sekunde. Dies sind, in vorderster Reihe, die beiden Brüder Espen und Paul Gustavsen, die Gesang- und Gitarrenfraktion,

Grand Island 2

sowie das weitere Brüder-Paar Nils Uset und Inge Kristian Brodersen als Rhythmussektion und, bruderlos an Bord, Jon Iver Helgaker an Hammondorgel und Moog-Synthesizer. Um im Bild zu bleiben: Vorder- und Hinterachse, also die zwei Brüder-Duos, sowie ein fünftes Rad am Wagen… Nein, es holpert und scheppert nicht, sondern der Sound rast, getrieben vom straighten & tighten Schlagzeug, schnurstracks nach vorne.

Grand Island 4

Durchstarten: Nennt es Rock’n’Roll, nennt es Blues, nennt es Soul’n’Punk, nennt es, wie ihr wollt, meinetwegen mit Bluegrass, Folk und Disco angereichert: Die Fünf starten von Null auf Hundertachtzig ohne Luft zu holen und halten das Tempo. Hektisch, aber nicht planlos, sondern mit gekonnten Taktwechseln huldigen sie der „Formel 1“ der Rhythmen – schalten aber souverän von Hand.

Ihre eigene, intensive Prägung erfährt die Musik von Grand Island zum einen durch die fantastische Stimme ihres Sängers Espen: rau, kratzig und kehlig, immer wieder in die Kopfstimme kippend. Unverständlich zwar der Text, aber Espens Stimme ist ein Ereignis. Er kreischt, krakeelt und fistelt sich immer wieder hoch in irre Höhen.

Grand Island 1

Zum anderen drückt Pauls Banjo dem Sound seinen Stempel auf, wenn auch nur in den ruhigeren Passagen. Nicht zu vergessen die Orgel, die die flirrende Hektik ihrer Musik mit ausmacht. Immer wieder meint man, blitzartig kurze, vereinzelte Passagen zu erkennen, Reminiszenzen an die Musikgeschichte – wie ein bisschen Pink Floyd hier („Wish you were here“) oder Jimi Hendrix mit „Crosstown Traffic“ dort.

Grand Island 3

Tempo halten: Das Einzige, was diese – die norwegische Weite gewohnte – Band vorübergehend leicht aus dem Konzept bringen kann, ist die Enge der Swamp-Bühne – ein zugegeben kleines Eiland für Grand Island. Sänger Espen hadert beidseitig: nach vorne mit dem nicht ganz standfesten Mikrofon, während er hinten mit den Füßen ans Drumset anstößt. Dessen ungeachtet halten die Jungs das Tempo locker vom Anfang bis zum Ende bravourös durch. Wer einmal im Speed Car sitzt…

Bremsmanöver: kommen eigentlich nicht vor - wenn man von Mini-Breaks absieht, kurzen oder Kürzestpausen...

Extrarunden: Die vom Publikum im gut halbvollen Swamp energisch herbeigeklatschten Musikmaniker absolvieren auch ihre Extrarunden mit Bravour. Als zweite Bonusrunde gibt es, zu guter Letzt, einen neuen Song, der sich schon so orgelflirrend anhört, das man Grand Island zu neuen Ufern aufbrechen wähnt – Gestaden größerer Inseln?


P.S. Sehr nett war das sogenannte "Séparée", welches mal als "backstage", mal als Raucherraum fungiert - und in diesem Fall als beides zugleich. (Und als Fernseh- und Abstellraum...)

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